Der Hintergrund zu "Tanzen gegen das Tanz-Verbot"

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ (nach Voltaire)
 
Die angemeldete Demonstration "Tanzen gegen das Tanz-Verbot" zielt in erster Linie auf das Hessische Feiertagsgesetz ab, das 2014 auslaufen wird.
 
Dort sind neben dem Verbot von Tanzveranstaltungen auch lustige Theaterstücke und Sportveranstaltungen verboten. Dies musste beispielsweise die Frankfurter Eintracht schon 2011 mit dem Verhängen einer Geldstrafe für ein Spiel am Totensonntag erleben.
 
Nach Artikel 3 des Grundgesetzes sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Dies und die weiteren Grundrechte in den ersten 20 Artikeln sind Errungenschaften der französischen Revolution und der nachfolgenden Epoche der Aufklärung. Viele mutige Menschen haben ihr Leben dafür geben müssen, um dies dem Adel und den Kirchen abzuringen.
 
Diese Gleichheit in Kombination mit der freien Entfaltung des Individuums bedingt zwangsläufig eine universelle Toleranz. Oder anders formuliert: Leben und leben lassen. 
Die Grundrechte schützen die freie Ausübung einer Religiosität, egal welcher Konfession.
 
Die Kunst einer modernen Demokratie besteht darin, allen Bürgern die gleichen Rechte zu gewähren und dafür Sorge zu tragen, dass sie nicht in Konflikt zueinander geraten.
 
Somit kann und darf jeder Gläubige seine Feiertage so begehen, wie es ihm beliebt, genauso wie jeder Anders- oder Nichtgläubige etwas anderes tun darf, solange sie sich dabei nicht direkt gegenseitig stören. Dies gilt sowohl für Mehrheiten als auch für Minderheiten, damit es eben keine Tyrannei der Massen gibt.
 
Man mag unsere Demonstration aufgrund von Ideologie oder Religiosität verurteilen, was im Rahmen der vom Grundgesetz garantierten Meinungsfreiheit für uns Piraten kein Problem darstellt. Problematisch wird es allerdings, wenn andere Meinungen als „intolerant“ diskreditiert werden, wie im konkreten Falle durch die Aussage von Herrn Probst Matthias Schmidt. Damit stellt sich automatisch die Frage, wie es solche Personen selbst mit der Meinungspluralität und der Toleranz halten.
 
Herr Propst Matthias Schmidt argumentiert hier im Stile: Bist du nicht für mich, so bist du gegen mich. Diese bedingungslose Schwarz/Weiß-Sicht ist brandgefährlich, da sie unnötigerweise polarisiert und leider zutiefst undemokratisch erscheint.
 
Wir Piraten hoffen, dass dies innerhalb der Kirchen, die in den vergangenen Woche ja bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert haben, eine inakzeptable Einzelmeinung ist.
 
In jedem Falle erwarten wir die Widerrufung des Vorwurfs der Intoleranz und eine Entschuldigung.
 
Wir Piraten haben kein Problem mit den Kirchen selbst, zumal ja auch kirchenintern eine Diskussion über Transparenz und Grundrechte begonnen hat. Unser Anliegen ist aber der Vollzug der vollständigen Trennung von Staat und Kirche.
 
Was die Situation dann nicht unbedingt verbessert, ist ein Regierungspräsident, der, statt zu vermitteln, polarisiert, aus welchen Gründen auch immer. In anderen Kreisen und Bundesländern gibt es solche Probleme in der Schärfe nicht.
 
Regierungspräsident Herr Dr. Witteck irrt übrigens auch, wenn er Mittelhessen nur im Rahmen der christlich-abendländischen Kultur verortet und dabei die Errungenschaften der Aufklärung vernachlässigt. Zudem widerspricht er auch unseren beiden letzten Bundespräsidenten, Herrn Wulff und Herrn Gauck, welche erklärt haben, auch der Islam gehöre zu Deutschland. Entscheidend für die juristische Konstitution der Bundesrepublik Deutschland ist eben nicht die christliche Geschichte, sondern vielmehr das, was die europäische Moderne vom Rest der Welt unterscheidet, nämlich der unbedingte Wille zur Rationalität und der ist nun mal dem wissenschaftlichen Denken der Aufklärung geschuldet.
 
Ein demokratischer Staat hat in jeder seine Ausprägungen neutral zu sein und für alle seine Bürger zu sorgen, da erst die Gesamtheit aller als Souverän den Staat legitimiert. 
 
Die Piraten lehnen es ab, dass die notwendige Diskussion um das Feiertagsgesetz als Projektionsfläche für jede Kritik an der Kirche, sei es banale Dinge wie Kirchturmläuten bis hin zum Aufsummieren der Vergangenheit, missbraucht wird. Die Kirche hat ihre unbestrittene Daseinsberechtigung innerhalb der garantierten Privatsphäre der Bürger.
 
Wir Bürger haben im Sinne der Bürgerbeteiligung auch über neue Gesetze zu beraten und zu entscheiden. Im Rahmen dieser Demo werden wir zwei Entwürfe für ein neues Feiertagsgesetz präsentieren.
 
Wir betrachten diese Demonstration keineswegs als Provokation. Das Versammlungsrecht ist ebenfalls ein Grundrecht. Wie die berechtigte Kritik am Feiertagsgesetz eine Verhöhnung oder gar Verspottung sein soll, bleibt für uns rätselhaft.

Kommentare

Scheinheiligkeit

Ihr Piraten seit wirklich unglaublich scheinheilig. Wenn Ihr das Tanzverbot am Karfreitag für einen so unzumutbaren Eingriff in Eure Freiheitsrechte haltet, dann müsstet Ihr konsequenterweise jeden kirchlichen Feiertag ablehnen und auch, in irgendeiner Form von kirchlichen Feiertagen zu profitieren.
Aber die wenigsten von Euch dürften am Karfreitag gearbeitet haben, oder? Nein, die meisten von Euch werden den freien Tag genossen haben!

Toleranz bedeutet übrigens nicht nur, dass die Mehrheit nicht der Minderheit ihren Willen aufzwingt.

Noergler
(Die Noergelecke)

Worauf zielt diese Aktion?

Zunächst, wie diese Aktion auf mich wirkt:
Einleitend im Artikel sehe ich die "Evolution des christlichen Fischs" in welchem Zusammenhang steht dieses Bild mit dem Protest gegen das Tanzverbot? Auf mich wirkt es eher, wie der Versuch, ein christliches Zeichen lächerlich zu machen. Ich rege mich darüber nicht auf - ist auch nicht nötig - ich denke aber, dass dieses Bild hier als Provokation gedacht ist, die mit Verständigung und Toleranz nichts zu tun hat.

"[...]sind Errungenschaften der französischen Revolution und der nachfolgenden Epoche der Aufklärung. Viele mutige Menschen haben ihr Leben dafür geben müssen, um dies dem Adel und den Kirchen abzuringen."

Ich finde diese Darstellung von Geschichte und den Verweis auf diese "Märtyrer" unpassend. Diese Logik führt wenn man in der Zeit etwas weiter zurückgeht doch gerade wieder zu christlichen bzw. jüdischen Idealen. Zum Beispiel Luther, der der den Mächtigen die Ausbeutung des Volkes mit dem Ablaßhandel wegnahm. Dieses Erbe sollten wir bewahren, indem wir.....ja was denn? Mit dem Satz oben wird ja geradezu die "alte Feindschaft" gegen die Kirchen beschworen (ohne übrigens auf den Terror der franz. Revolution zu verweisen...).

Mich würde wirklich interessieren, was die Piraten mit dieser Aktion hier bezwecken wollen. Soll der Karfreitag abgeschafft werden oder nur das Tanzverbot? Wirklich konsequent wäre ja wohl nur die komplette Abschaffung als gesetzlicher Feiertag. Das wirft dann aber gleich die Frage nach anderen Feiertagen auf - die müssten dann ja auch weg.

Muss die Trennung von Staat und Kirche zwangsläufig bedeuten, dass es keine Feiertage kirchlichen Hintergrunds mehr gibt? Ich denke, dass wir in Deutschland zu unserer Vergangenheit stehen dürfen und müssen, dazu gehört unser christliches Erbe genauso wie das Dritte Reich. Dazu darf es Feiertage geben und diese Feiertage dürfen auch ihre Regeln haben, solange dabei nicht ins Privatleben des Einzelnen eingegriffen wird (ich trenne hier bewusst Privates von öffentlichen Veranstaltungen). Dann tanze ich am Karfreitag eben nicht und gehe auch am 9. November nicht jubelnd und Scherben werfend durch die Straßen! (Vielleicht wirds manchem mit diesem Beispiel ja ein wenig verständlicher).

Ich wünsche den Piraten alles Gute und hoffe euch auch in Zukunft noch guten Gewissens meine Stimme geben zu können!

Tobias

Peinlich und dumm

Was die Hessen-Piraten hier inszenieren, kann man nur als dumm und peinlich bezeichnen.
Es stehen Wahlen bevor und die Umfragewerte sehen sehr gut aus.
Und jetzt stossen die Hessen-Piraten vielen Wählern, insbesondere Ältere, vor den Kopf.

Der Karfreitag hat nicht nur etwas mit der Kirche zu tun. Das ist auch so etwas wie ein Kulturgut.
Ein einziger Tag im Jahr und auf öffentliche Party zu verzichten und in ganz Deutschland eine "Ruhe"-"Besinnung" zu haben, war und ist eine gute Sache.
Da es ein Freitag ist,ist es auch für Moslems gut.

Das Tanzverbot hat auch etwas mit Respekt zu tun. Als nächsten Schritt wird man dann den Feiertag ganz abschaffen ?
Wie kommt man nur auf diese hirnrissige Idee, diese Feiertagsgesetze jetzt in Frage zu stellen ?
Wer will kann doch zuhause tanzen.

Ja genau! Respekt vor den

Ja genau! Respekt vor den Menschen, die diesen Feiertag uneingeschränkt von irgendeiner religiösen Gruppierung, so gestalten können, wie jeden anderen auch.

De jure Feiertag, de facto Vorteilsnahme

Der Anspruch auf Respekt vor diesem besonderen christlichen Feiertag beschränkt keineswegs die Rechte von Andersgläubigen, Agnostikern und Atheisten in unangemessener Weise, da diese sich, ohne Anspruch auf diesen christlichen Feiertag zu haben, aus diesem christlichen Feiertag das Recht ableiten, diesen Tag ebenfalls frei zu haben und nicht arbeiten gehen zu müssen.

Wer der Meinung ist, diesen besonderen Feiertag nicht mehr als Feiertag respektieren und behandeln zu müssen, sondern, ohne dessen historischen Bezug zu berücksichtigen, als bezahlten Urlaubstag zu betrachten, der wird auch sicher kein Problem damit haben, am Karfreitag und am Ostermontag künftig arbeiten zu gehen.

„Die Arbeit hält drei große Übel fern: die Langeweile, das Laster und die Not.“
(Voltaire)

De jure Feiertag, de facto Vorteilsnahme

Da kann ich nur zustimmen!!! Wie steht es eigentlich mit der Toleranz gegenüber den Christen bei den Piraten. So wenig, wie die vielleicht vermuten, sind das gar nicht. Ich fühle mich in meinen religiösen Gefühlen tief verletzt, wenn jemand den freien Tag dankend annimmt, dann aber den Anlass mit Füßen tritt.

Tanzen die Piraten auch auf Beerdigungen? Oder ist da noch ein Fünkchen Anstand gegenüber den Angehörigen vorhanden.

Ich bin ein Angehöriger Jesu. Deshalb möchte ich nicht, dass auf dessen Todes-Gedenkfeier getanzt wird.

Wer zur Toleranz gegenüber Muslimen aufruft, sollte auch zur Toleranz gegenüber uns Christen aufrufen. Gleiche Rechte für alle! Ich gehe ja auch nicht im Bikini in eine Moschee, weil das Nacktheitsverbot dort meine Freiheit einschränkt.

Übrigens werden die deutschen Muslime sicher nicht zu einer Tanzveranstaltung an Karfreitag aufrufen. Die respektieren die christlichen Feiertage, so wie ich als Christ großen Respekt vor deren Feiertagen habe.

Frohe Ostern, allen, die noch wissen, was das bedeutet! Alle anderen sollen arbeiten gehen.

Henrike Heß

Arbeiten an Ostern

War ich gerade. Selbständiger Agnostiker.
Ein Satz zu Thema Respekt und Toleranz: Nötig auf allen Seiten, auch gegen "Missachtung", weil ansonsten bald alle 365 Tage jeweils dreifach mit eigenen, sich wiedersprechenden Anlässen belegt sind.

Tradition und gesellschaftliche Wurzeln

Traurig, statt die Grundlagen unserer Kultur zu schützen und der besonderen Bedeutung dieses Feiertages in der gebotenen Weise Rechnung zu tragen, werden, durch den unsensiblen Umgang mit diesem besonderen Feiertag, die Gefühle derer, denen man die beiden Feiertage, Karfreitag und Ostersonntag, zu verdanken hat, missachtet und mit Füssen getreten.

Seltsam, christliche Feiertage und Gefühle wurden in der Vergangenheit schon einmal missachtet, 30-313 n.Chr. und 1933-1945 n.Chr.
Ist Respektlosigkeit und Zügellosigkeit ein erstrebenswertes Gut geworden ?

Ganz schön verlogen, den christlichen Glauben zu kritisieren, aber gleichzeitig die christlichen Feiertage zu genießen! Wenn man ehrlich wäre, hätte man stattdessen fordern müssen: „Weg mit den religiösen Feiertagen, denn das ist ja ein christlicher Anspruch. Wer da gerne feiern möchte, soll sich Urlaub nehmen !“

Furchtbar, bei 365 Tagen im Jahr, nur 359 Tage lang tanzen zu können und 6 Tage lang nicht tanzen zu dürfen, ist wirklich ein furchtbar hartes Los. Da muss man den Hessen von ganzem Herzen wünschen, dass es nie zu einer Naturkatastrophe kommt, die länger als acht Uhr abends andauert und dieses Verhältnis womöglich noch verschlechtert.

Merkwürdig, wo plötzlich die Massen von Tänzern herkommen, im Allgemeinen beschwert sich die Damenwelt darüber, dass es viel zu wenig Tänzer gibt.

Toleranz

Hallo Herr Oechler
nicht Ihre kritische Meinung am Feiertagsgesetz, sondern die konkrete Aktion Tanz am Tag der Trauer hat Propst Schmidt intolerant genannt.
Legitime Gesellschaftskritik und den Meinunsgstreit um Verenterung der Gesellschaft hat er in keiner Weise diskreditiert. In den Zeitungen ist übrigens auch zititert worden, dass die Evangelische Kirche sich dem öffentlichen Gespräch stellt.
Ihre Interpretation liegt also knapp daneben.

Um der Transparenz willen, mal hier hingehen:
giessen-evangelisch.de
Da liest sich das ein bißchen differenzierter:
" ... Anlässlich der Vorstellung der Karfreitags-Aktion der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau nannte der Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt, die angekündigte Aktion eine Provokation. Wer wie die Piratenpartei für die Liberalisierung der Gesellschaft und Toleranz eintrete, könne nicht gleichzeitig den Glauben Anderer verspotten. Nicht anders könne die Einladung zum öffentlichen Tanz auf dem Kirchenplatz verstanden werden. Schmidt nannte es einen Ausdruck der " Intoleranz". Der gegen den Gesetzgeber gerichtete Protest werde zur "Verhöhnung und Verspottung" des christlichen Glaubens an einem der für Christen höchsten Feiertage. Der Protest verweigere demonstrativ Respekt denen gegenüber, für die der Karfreitag verbunden ist mit dem Gedenken an den Tod Jesu Christi."
Matthias Hartmann

Entlarvend

Mehr muss man nicht schreiben,
Die Piraten eine neue Art der Demokratie? Das ist mehr als lachhaft. Das sind genau die gleichen linksgrünen Rotfaschisten und Lebensversager, wie wir sie schon seit Jahrzehnten ertragen müssen.

Keine Toleranz gegenüber der Mehrheitsgesellschaft, schon gar nicht gegenüber den Christen.

Ganz ehrlich, sollte ich in den nächsten Wahlkämpfen mal an einem eurer Infostände vorbeikommen, dann quatscht mich bloss nicht an.

Tanzen am Karfreitag

Diesem Beitrag stimme ich voll zu. Erwähnen möchte ich noch, dass die Piraten sich selber ein Kukuksei gelegt haben ! Mich sollte auch von denen niemand anreden.

Vorwurf Intoleranz

Wenn ich die Berichterstattung über das, was Propst Schmidt zur Tanzdemo gesagt hat, lese, finde ich nichts darüber, dass er grundsätzlichen Protest gegen das Feiertagsgesetz intolarant nennt.
Er hat gesagt, zur Tanz-Demo am Karfreitag selbst aufzurufen, empfinde er als intolerant. In der giessener-zeitung.de heißt es: ..." Der gegen den Gesetzgeber gerichtete Protest werde zur "Verhöhnung und Verspottung" des christlichen Glaubens an einem der für Christen höchsten Feiertage. Der Protest verweigere demonstrativ Respekt denen gegenüber, für die der Karfreitag verbunden ist mit dem Gedenken an den Tod Jesu Christi."
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/64416/qtanzdemo-ist-zeic...
Davon, dass andere Meinungen verurteilt werden oder der Protest gegen ein Gesetz intolerant sind, steht da nun wirklich nix.

demo ja oder nein

wie siehts denn jetzt aus

http://www.tanzen-gegen-tanzverbot.de/

hier könnte man ja lesen es findet nix statt!!?? versammlung auch trotz verbot!? bitte infos! transparenz!

"Tanzen gegen das Tanz-Verbot"

Ich empfinde so etwas als Mißachtung der Gefühle anderer Menschen. Die Piraten stehen für Toleranz?! Für Offenheit und Transparenz?! Die Piraten sind eine weitere linke Partei die dieses Land mit seinen Werten beschädigen will. Einmal mehr wurde ich bestärkt das man solch einen Verein niemals wählen kann.

Im übrigen haben die Grünen 2011 etwas ähnliches gebracht:

"Im vergangenen Jahr hatte die Grüne Jugend eine ähnlichen Aktion durchgeführt. Bei dem „Smartmob“ – bei dem sich die Teilnehmer über Facebook und Handy verabreden – hatten sich am Karfreitag auf dem Römerberg in Frankfurt am Main über 1.500 Personen versammelt. Sie tanzten still zur Musik aus Kopfhörern. Durch den Smartmob war aber eine Karfreitagsprozession der kroatischen-katholischen Gemeinde mit mehreren hundert Christen gestört worden. Manche wurden von den Demonstranten ausgepfiffen und beleidigt." Zitat Kath.net

Na vieleicht kommen ja einige der Piratenpartei noch auf die Idee auf die Deutschlandflagge zu urinieren, aber auch das haben die Grünen auch schon gemacht:

http://www.focus.de/politik/deutschland/medienbericht-junge-gruene-urini...

Beim Versuch auf sich Aufmerksam zu machen werden Grenzen überschritten die niemals angetastet werden dürfen.

Piraten, setzt die Segel, kurs offene See - und kommt nie wieder.

"Mißachtung der Gefühle anderer Menschen"

Christliche Feiertage und Gefühle wurden in der Vergangenheit schon einmal mißachtet, das war 30-313 n.Chr. und 1933-1945 n.Chr.

Tanzdemo

Lieber Herr Oechler, liebe Piraten,
es ist gewiss ein Vorrecht, von seinen demokratischen Rechten Gebrauch zu machen. Die von Ihnen geplante Aktion an Karfreitag ist jedoch weder mit (noch geltendem) Recht noch Rücksicht zu vereinbaren. Ich will es mal so formulieren: hat jemand einen geliebten Menschen verloren und trauert um ihn, wird er wohl nicht während der Trauerzeit an diversen Feiern und lustigen Veranstaltungen teilnehmen, wohl kaum in die Disco oder ins Theater in eine Komödie gehen können, und das aus einem ganz natürlichen Gefühl heraus. Den meisten Menschen geht es so, behaupte ich mal.
Ähnlich geht es Christen, die nicht nur auf dem Papier eine konfessionelle Zugehörigkeit verzeichnet haben, sondern eine lebendige Beziehung zu Christus haben, während der Karwoche, vor allem aber an Karfreitag, wenn sie seines Kreuzestodes gedenken.
Ich verstehe zwar, dass Andersgläubige oder nicht religiöse Menschen das nicht nachvollziehen, aber muss ich dasselbe empfinden, um auf meinen Mitmenschen Rücksicht zu nehmen? Muss ich dieselbe Trauer empfinden wie mein Nachbar, in dessen Haus eine Trauerfeier ob eines verstorbenen Familienmitglieds stattfindet, um meine Stereoanlage leiser zu stellen? Eben nicht - mein Gewissen gebietet mir das, auch ohne ein geschriebenes Gesetz.
Worauf ich hinaus möchte: Es gibt andere, geeignetere Protestfromen, die nicht polarisieren (was Ihnen doch in Ihrer Auseinandersetzung mit der Thematik so wichtig ist), und eine bestimmte Gruppe von Bürgern nicht brüskieren.
Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und gute Gedanken!

P.S.: Falls Sie doch so gerne tanzen möchten - wie wäre es zu Prfingsten? Dann machen bestimmt auch viele Christen mit. Wäre doch ein vereinigendes Volksfest ;-)

Zustimmung

Als Christ und Pirat - welcher längst nicht mit allem "christlichen" einverstanden ist - kann ich diesem Beitrag nur zustimmen.

Aber auch Trauer wird unterschiedlich gelebt und empfunden. Ich, welcher gerade seine Mutter verloren hat, erfahre was dies heist. Ich gehe aber wahrscheinlich ganz anders damit um wie andere. Ich höre laute Rock-Musik um mit dem erlebten fertig zu werden, ich schrei auch den Schmerz manchmal heraus und weine dann wieder... Ich bewege mich auch zur Musik.
Vieles ist in unsere Gesellschaft so verhärtet, wir gehen durch die Welt als ob es nur uns gebe, wir gehen in unserem "Egoismus" und im Getriebe der Zeit immer wieder aneinander vorbei, sehen den Menschen im anderen nicht mehr.

Ich denke wir sollten mehr in Liebe und Verständnis auf einander zugehen und viel mehr miteinander reden - über den anderen mal einfach nachdenken.

Als Pirat und Christ möchte ich dies gerne tun - auch mit meinen Piratenkollegen und mit Christen!

Frohe Ostern - Karfreitag ist NICHT das Ende!

Johannes

Zitat H.Schmidt: "Ich

Zitat H.Schmidt:
"Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen." - Obwohl diese Worte regelmäßig Voltaire zugeschrieben werden, wurden sie zuerst benutzt von Evelyn Beatrice Hall in "Die Freunde von Voltaire" (1906), geschrieben unter dem Pseudonym Stephen G. Tallentyre. Ein sehr ähnliches Zitat Voltaires lautet aber: "Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen."
Quelle: Wikipedia

Re: Zitat

Ahoi,

sie haben Recht mit dem Zitat. Aus diesem Grund haben wir auch nur hingeschrieben "nach", da es eben Voltaire immer nachgesagt wird, und nicht "von".

Mit freundlichen Grüßen
Christian Oechler

Tanzen gegen das Tanzverbot

An Herrn Oechler:
Die Verspottung ist Ihnen rätselhaft? Ich kann nicht für Probst Schmidt antworten, nur für mich selbst, und ich als Christin fühle mich ebenfalls verspottet. Denn: Der Todestag Christi ist nicht nur als solcher ein Gedenktag, sondern auch ein stiller Feiertag, an dem viele Menschen (nicht nur die Christen) aller Gewaltopfer dieser Welt gedenken. Das sind nicht nur Kriegsopfer, Vergewaltigte und Geschlagene. Das sind auch Verachtete, Gemobbte und Lärmgeschädigte, denn auch ihnen wird Gewalt angetan. Jeder Nichtchrist, der halbwegs ein wenig Respekt im Leib für seine Mitmenschen hat, wird diesen Tag der Ruhe (wenn nicht für sich - dann für Andere) respektieren. Denen die das nicht tun, muss man es eben per Gesetz beibringen (wie so vieles andere auch). Sie, die keinen Respekt (auch den Opfern gegenüber) zeigen, und mit ihrer übertriebenen Tanzwilligkeit (die sie sonst wahrscheinlich das ganze Jahr nicht haben) meinen, etwas total Freiheitliches und Demokratisches zu veranstalten, verspotten nicht nur den christlichen Ruhewunsch an einem Todestag, sondern sie verspotten auch alle Nichtchristen, weil sie der Opfer gedenken. Ja, sie verhöhnen sogar die Opfer. Herr Oechler, das ist Intoleranz und Ignoranz par excellence!
Ich denke mal, dass Sie - Herr Oechler - als Vertreter der Bürger eine absolute Fehlbesetzung sind.
Das beweist doch schon Ihr Wunsch ein neues Feiertagsgesetz vorlegen zu wollen.
Sie wollen Trennung von Kirche und Staat. In einem anderen Interview bezeichnen sie die Kirche als Lobbyisten. Tja, dann denke ich mal, dass ein neues Feiertagsgesetz in diesem Fall nicht nötig sein wird, denn das sind alles christliche Feiertage die alle sehr eng mit Karfreitag zusammen hängen. Die würden bei einer Trennung von Staat und Kirche ja logischerweise abgeschafft. Sie wären nur noch die Privatangelegenheit der Bürger, so wie bereits beispielhaft am Buß- und Bettag zu sehen ist. Arbeitgeber spielen da natürlich nicht mehr mit. Ach und über die Sonntagsruhe brauchen wir dann auch nicht mehr zu diskutieren. Das Gesetz wird natürlich auch aufgehoben. 01.Mai und 03.Oktober bleiben da noch übrig.

Keine Ahnung

Bestimmt werdet ihr auch gegen den arbeitsfreien Sonntag demonstrieren. Die einzigen Garanten für das freie Wochenende sind die Kirchen.

Private Tanzveranstaltungen zu Hause sind nicht verboten

Also, was wollt Ihr eigentlich??

Das Tanzen hat seine

Das Tanzen hat seine unbestrittene Daseinsberechtigung innerhalb der garantierten Privatsphäre der Bürger.

Immer nur gegen das Christentum

Gewiß werdet Ihr im Ramadan vor der nächsten Moschee ein großes Schweinefleischessen veranstalten. Ganz bestimmt.

Sobald in Deutschland...

...ein Gesetz erlassen wird, das mir den Verzehr von Schweinefleisch während des Ramadan verbietet, wede ich genau das tun.

In dem Fall...

wäre ich sofort dabei. Ich persönlich bin gläubiger Pastafari und glaube an das fliegende Spaghettimonster.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster
Denoch verbiete ich niemanden den Verzehr von Spaghetti. Wann merken die Menschen endlich, das man kein Recht hat jedem seinen Glauben aufzuzwingen... Jedem das seine^^

Vollkommen richtig

Wann merken die Menschen endlich, das man kein Recht hat, jedem sein Recht auf Arbeit nebst 'arbeiten zu gehen' zu verweigern und ihm stattdessen zwei glaubensverseuchte Feiertage aufzuzwingen... Jedem das seine^^
.

Fehler...

In dem Text fehlen leider Links zu den Äußerungen von Propst Matthias Schmidt und Regierungspräsident Herr Dr. Witteck.

Ansonsten bin ich dabei!

Pressemittleilung zur Tanzdemo am Karfreitag

Ich bin erschrocken über die teilweise deutliche Polemik und politische Ausgrenzung des Probst. Ich distanziere mich von der Gesamtaussage dieser Pressemitteilung deutlich(!). Gerade der letzte Absatz zeigt, das "Die Piraten" sich mit der christlichen Aussage von "Karfreitag" nicht auseinander gesetzt haben.
Hey Leute, habt ihr das überhaupt gelesen?

Aktuell bin ich froh, das sich mein Mitgliedsantrag hinausgezögert hat. Ich habe grade keine Lust mehr Pirat zu sein.
mfg, Thomas

Hääh ?

Hallo Thomas, was genau meinst du bitte mit der "christlichen Aussage von Karfreitag" ? Polemik und Meinungsmache praktizierst hier vor allem gerade DU.

"Aktuell bin ich froh, das sich mein Mitgliedsantrag hinausgezögert hat. Ich habe grade keine Lust mehr Pirat zu sein."

Was soll uns das sagen ?

mfg 68Pirat

Polemik in der PM

Ooh Mann, Ich habe jetzt keine Lust mehrere Seiten über die Aussage von "Karfreitag" zu zitieren.
Und wenn du die polemischen Aussagen in dieser PM nicht verstehst, solltest du dich vielleicht mal aus dem virtuell- politischen Raum in die Öffentlichkeit unter "Menschen" bewegen.

Beispielsatz für Polemik:
Hey, schalt mal den Rechner aus und geh an die frische Luft. Das hilft ab und zu.
(Polemik aus)

Dennnoch bin ich gerne bereit mit dir die polemischen Züge dieser PM auf der PPH oder in einem Pad zu diskutieren.
Meine E- mail adresse ist:
Ingenieur [dot] politik [at] gmx [dot] de
mfg, Thomas

P.S. Polemik schreibt vor. Polemik grenzt Menschen aus. Polemik bahauptet, das nur Sie die Wahrheit sagt. Polemik lässt keine Widerworte zu. etc.
Deshalb ist Polemik kein Mittel zum fördern sachlicher Diskussion(!).

Polemik in der PM

Erzähl du mir nochmal was von Polemik:

<snip>
Ahoi, dem stimme ich zu.
Bin zwar nur Freibeuter darf deshalb nicht abstimmen und bin nicht akrediti=
ert. Ich w=E4re auch bereit einen bestimten "Beitrag" zu bezahlen.=20
Aber "Taschenkontrolle" aus wirtschaftlichen Gr=FCnden geht gar nicht.
Da w=FCrde ich eher dem BPT fernbleiben, andere ebenfalls dazu aufrufen und=
euch und dem Cater nen Sandkastenf=F6rmchen schenken.
mfg, Thomas
</snip>

Quelle:
http://pastebin.com/jbGJcBf6

Polemik - und wirkliches Handeln, sind 2 Paar Schuh.

Ich lese das gerade mal nach. (heute ist der 16.10.2015). Das war keine Polemik.
Ich weiß heute schon nicht mehr wie es 2012 gelaufen ist. Aber, hätten die die Taschen aus dem Grund kontrolliert, hätte ich genauso gehandelt.
mfg, Thomas