Bericht zum Presseporträt des Landratskandidaten

Luftbild des Pressefotos.

Ahoi,

als Landratskandidat hatte ich am 06. Mai einen Pressetermin. Aus der von der Presse zunächst vorgeschlagenen knappen Stunde wurden letztlich 2 Stunden Gesprächszeit. Der Journalist und ich haben zuerst 1 1/2 Stunden in einem Cafe in Reiskirchen gesessen und zu meinem Werdegang und zur Frage, weshalb ich ausgerechnet Pirat werden wollte, gesprochen und darüber, was meine Motivation war, in diesen Wahlkampf einzusteigen. Mein Gesprächspartner geht in 2 Jahren in Rente und hat nun schon über 40 Jahre Erfahrung als Journalist. Er war recht gut über die Piratenpartei Gießen informiert und hatte wohl entsprechend oft Kontakt zu anderen Parteikollegen. Er wies mich darauf hin, dass wir in letzter Zeit nicht öfters den Kontakt mit der Presse zu Themen gesucht haben.

Zudem wollte er sehr genau und ausführlich wissen, welche Themen mir aus welchen Gründen wichtig sind. Der Redakteur war aufgrund seiner Position sehr gut zu den Themen im Kreis informiert, aber konnte mit unseren Ansätzen erstmal nicht viel anfangen, da viele unserer Begriffe wie „OpenData“, „OpenAccess ihm nicht so ganz geläufig waren. Nach der Erläuterung konnte er selbstverständlich etwas damit anfangen. Ich glaube hier müssen wir unbedingt noch daran arbeiten, zumal wir ja selbst „einfache Sprache“ als Forderung haben und es wohl gar nicht vorleben.

Ich habe ihm daher die Begriffe erläutert und wir haben anschließend eigentlich zu jedem einzelnen Thema ein Streitgespräch in einer sehr freundlichen Atmosphäre simuliert. Er spielte dabei die Rolle des Advocatus Diaboli. Besonders lange haben wir über das Thema Sportförderung und Gemeinwohl gesprochen, da dies auch ein aktuelles Thema innerhalb der Redaktion sei. Mein Gesprächspartner erzählte mir im Prinzip das, was ich aus anderen Gemeinden im Landkreis gehört hatte und trug mir jeweils die Position der etablierten Parteien vor, um anschließend meine Erwiderung zu hören. 

Alles in allem empfand ich das Gespräch ungewöhnlich entspannt und ich muss dabei (für mich sehr atypisch) wohl so viel gesprochen haben, dass mein Gesprächspartner meinte, er müsse die Inhalte erstmal sortieren. Es ging mir irgendwie wie bei meinen Prüfungen in Politikwissenschaft und ich konnte mich kaum zügeln. Ob das letztlich gut war, werden wir erst noch sehen. ;-)

Zum Ende des Wahlkampfes werde ich von der Zeitung nochmals kontaktiert, um eine Woche  vor der Wahl eine tabellarische Übersicht der Kandidaten zu Themen des Landkreises zu erarbeiten. Hier setze ich wiederum auf eure Mithilfe und eure Ideen. Ich wies im Gespräch darauf hin, dass ich solch eine Gegenüberstellung anhand von Themen sehr gut finde.

Nach dem Cafe sind wir zur stillgelegten Müllkippe in Reiskirchen gefahren und haben dort vor einem Rapsfeld meine Drohne steigen lassen. Wir haben Bilder mit der Drohne gemacht, die zeigen, wie der Journalist mich fotografiert. Aus Transparenzgründen muss ich wohl auch darauf hinweisen, dass er mir sogleich ein Jobangebot als freier Mitarbeiter gemacht hat, denn er hätte gerne zukünftig mehr Zugriff auf Luftbilder. Dies soll jedoch erst nach der Wahl angegangen werden.

Zu meinem Leidwesen musste ich abschließend zur Kenntnis nehmen, dass der Arbeitstitel seines Porträts zunächst „Der Luftpirat“ heißen wird. Ich wies ihn darauf hin, dass mich dies zu sehr an „heiße Luft“ oder „Luftikus“ erinnert, worauf er nur lachte. Als Alternativtitel waren dann noch „Der Überflieger“ oder „Der Drohnenpirat im Gespräch“, aber ich sagte ihm, dass der Drohnenpirat schlechthin eher der Ralf sei, da er zuerst damit experimentierte.

Ich wurde zudem noch gefragt, ob ich mir nicht eine Beauftragung zu einem unserer Themen auf Kreisebene vorstellen könnte. Ich habe dazu noch keine abschließende Antwort gegeben, denn die Frage nach der Legitimität muss ich erstmal für mich sortieren. Ich bin nicht mit dem Ziel angetreten, einen Posten zu ergattern, sondern alleine aus Gründen der Parteiraison, um unsere Themen zu kommunizieren und die Modernisierung der Verwaltung voranzutreiben. Dies kann man auch durch berechtigte Forderungen erreichen, die von anderen Parteien dann übernommen werden. Ich wies in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass der Umgang mit unseren Ideen mir zunächst mal Lohn genug ist. Sollten diese jedoch weiterhin verhohnepiepelt werden gilt: Wir kommen wieder und fordern noch vehementer!

Der Journalist hat mir vorab das Porträt Gegenlesen übersendet. Leider wurden meine Korrekturen dann jedoch nicht mehr berücksichtigt.

Alles in allem hatte ich aufgrund persönlicher schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit sehr niedrige Erwartungen, die aber bei weitem im Verlauf positiv übertroffen wurden. Ob sich das dann auch im Artikel niederschlägt, könnt ihr seit heute selbst beurteilen. In der Ausgabe der Gießener Allgemeinen vom Montag, den 18. Mai, findet Ihr einen Artikel, der knapp 80 % einer Zeitungsseite einnimmt. Einen kurzen Teaser dazu gibt es online auf der Seite der Gießener Allgemeinen. Ebenso findet sich dort ein Link zur E-Paper Ausgabe.

Ciao
      Sascha