Gießener Piraten: Wir haben Alternativen zu Spitzer

Killerschach Hamburg 2009 am Hauptbahnhof. Die Eröffnung.

Wie wir unsere Kinder gerade nicht um den Verstand bringen!

Der Psychiater Manfred Spitzer präsentiert am Mittwoch, dem 31. Oktober, sein Buch "Digitale Demenz – Wie wir unsere Kinder um den Verstand bringen" in der Kongresshalle in Gießen. Aus diesem Anlass zeigen die Gießener Piraten ab 18:30 Uhr mit einer Partie Killerschach vor der Kongresshalle Flagge.

"Schach ist ein extrem brutales Spiel," erklärt der Pirat Sascha Endlicher. "Es geht um Machtausübung, militärisches Taktieren und das Schlagen der Figuren seiner Gegner. Schachspieler werden aber genauso wenig zu Kriegstreibern, wie Computerspieler zu Amokläufern werden."

Die Piratenpartei weist mit der Aufführung auf den grundsätzlichen Fehler in Spitzers Argumentation hin: Spitzer sieht den typischen Computernutzer als vereinzelte Person und nicht als Teamplayer, der zusammen mit einer großen Gemeinschaft von Internetnutzern handelt; zudem behauptet er, die digitalen Medien machten allgemein "dick, dumm, aggressiv, einsam, krank und unglücklich."

Die Piraten erkennen in Spitzer einen typischen Vertreter derer, die nicht verstanden haben oder verstehen wollen, dass das Internet nicht nur passiven Konsum zulässt wie die klassischen Massenmedien, sondern gerade die aktive Teilnahme fördert, dass es neue Formen des Wissens bringt statt Verblödung und dass hier völlig neue Formen des Miteinanders entstehen. Spitzer blendet dieses positive Potenzial völlig aus.

Durch seine hanebüchene Dämonisierung der neuen Medien erweist Spitzer sich als Verschwörungstheoretiker, der nur das sieht, was er sehen will. Er verschließt seinen Lesern und Zuhörern den Zugang zu einer Welt, die völlig neue Möglichkeiten der Bildung und gesellschaftlichen Beteiligung bietet.

Die Piratenpartei selbst ist ein gutes Beispiel dafür, wie der politische Alltag dadurch mehr und neue Beteiligung gewonnen hat. Mit ihrem Killerschach schlagen die Piraten die kreative Brücke zurück in die analoge Welt.

Wir fordern die Gießener Bürger auf, sich nicht von Prof. Dr. Dr. Spitzer blenden zu lassen, sondern das Internet und die neuen Medien insgesamt als das zu nehmen, was sie sein können: großartige Möglichkeiten der Kommunikation und Teilhabe.