Offener Brief über aggressive REWE-Werbung in Schulen

Apfel-Tag

Der folgende offene Brief wurde heute an Kultusministerin Nicola Beer, die staatlichen Schulämter in Hessen sowie an den Landeselternbeirat verschickt.

Offener Brief

Sehr geehrte Frau Kultusministerin Beer, sehr geehrte Schuldezernentinnen und Schuldezernenten, sehr geehrte Landeselternbeiräte,

viele hessische Grundschulkinder kamen Ende letzter Woche mit einem REWE-Werbeblatt nach Hause. Laut diesem plant die REWE Group am 30.08.2012 eine bundesweite Werbeaktion um 11 Uhr – also während der Unterrichtszeit – direkt in unseren Schulen.

Das Flugblatt gibt sich als eine Mitteilung der Schule aus, ist aber ein unkommentiertes Werbeschreiben des REWE-Konzerns über eine Veranstaltung, die dieser nach eigenen Angaben in vielen Grundschulen der Bundesrepublik abhalten will. Die Eltern werden darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihre Kinder während der Unterrichtszeit im Auftrag dieses Konzerns Teil einer Marketingmaßnahme sind.

Es ist eine Sache, wenn an Schulen Lobbyisten ein- und ausgehen, aber dass nun die Kinder selbst instrumentalisiert werden, geht eindeutig zu weit! Schulen sind kein Spielfeld für Marketingstrategen, egal welcher gute Zweck dafür vorgeschoben wird.

Eltern erwarten von Schulen und Lehrpersonal zu Recht, dass ihre Kinder dort Wissen und Bildung vermittelt bekommen. Sie werden den Schulen aber nicht als Werbeträger ausgeliehen. Und es besteht erst recht keine Notwendigkeit, dass sich Schulen zu Unterstützern von Konzernen machen. Tun sie dies doch, verspielen sie das Vertrauen und den Respekt der Eltern und Schüler.

Wir fordern Sie auf, unverzüglich einzuschreiten und diese Werbekampagne zu stoppen! Sollten Sie die Aktion dennoch gutheißen, bitten wir Sie um eine öffentliche Begründung hierfür.

Mit freundlichen Grüßen

Thumay Karbalai Assad

Vorsitzender - Piratenpartei Hessen

Kommentare

Stinkesauer

Ich bin unglaublich sauer über eure Aktion; Jedenfalls hat mich das dazu veranlasst euch definitiv nicht zu wählen und hier zu schreiben; KEIN Kind wäre gezwungen worden den Apfel zu essen, viele arme Kinder hätten sich über das frische Obst gefreut und KEIN Kind wäre mit einer Rewe Fahne oder einem Rewe Shirt abgelichtet worden. Mit eurer tollen Aktion schadet ihr den Kindern UND SOS Kinderdorf; Das ist sowas von nicht durchdacht das es schon weh tut. Ich bin so sauer das ich es nicht in Worte fassen kann. Dilletantisch und auf eigene Werbung bedacht dabei ist genau EURE Aktion -auf dem Rücken der Kinder und von SOS Kinderdorf; regt euch lieber darüber auf, dass die Sparkassen und Volksbanken versuchen die Adressen der Familien und Kinder heraus zu finden um sie mit Werbung zu bombadieren. Und informiert euch doch erst mal bevor ihr sowas lostretet. Tausende Kindern sind mehr als enttäuscht ... Habt ihr Sch...lecht gemacht.

Werbung in Schulen ist verboten

Sehr geehrter Gast,

Kinder werden zum Lernen in die Schule geschickt, deshalb werden sie von den Eltern dem Staat anvertraut. Wenn eine Firma während der Schulzeit eine Werbeveranstaltung während der Unterrichtszeit abhält, verstößt sie gegen geltendes Recht und missbraucht zugleich Kinder, die ja aufgrund der Schulpflicht anwesend sein müssen. Das wußte Rewe auch vorher schon. Die Piraten haben lediglich auf geltendes Recht hingewiesen. Wenn Rewe nun uns als Übeltäter hinstellt, dann versuchen sie nur von einem geplanten Verstoß gegen Gesetze abzulenken. Wir haben niemals abgelehntdas Rewe Äpfel verschenkt, nur eben nicht in der Schule und während des Unterrichts. Und im Übrigen hilft das Essen eines Apfels in Deutschland keinem einzigen Kind in Ghana.

Mit freundlichen Grüßen
Matthias Tampe-Haverkock, stellvertretender Vorsitzender der Piraten in Gießen und Abgeordneter im Kreistag

Sehr geehrte Herr

Sehr geehrte Herr Tampe-Haverkock,
man hat in unsere Schule die Aktion in Pause verlegt. Was ist mit Werbung von Banken, Bücherverleger etc. Was ist mit fehlender Stunden wegen mangel an Lehrer oder Lernstandserhebung. Rewe hat sich mit Rektoren von den Schulen ins Verbindung gesetzt und die PIRATEN und KULTUSMINISTERIUM haben zu Nichte gemacht. Meine Enttäuschung über Piraten ist so gross und meine Stimme haben Sie beim nächsten Wahl nicht mehr.

Kein Missbrauch von Schülern!

Sehr geehrter "Gast",

dass die Aktion in die Pause verlegt werden sollte, macht die Aktion nicht besser. Es bleibt der Fakt, dass bei der Aktion Schüler als Werbefiguren benutzt werden sollten. Pervertiert wird das Ganze insbesondere damit, dass für die Aktion Grundschüler genutzt werden sollten - wohl wissend -, dass diese noch nicht in der Lage sind, selbstständig zu begreifen, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Reinbeißen in einem Apfel und einem Schulbau in Afrika gibt. Deutlich wird dieses ja, da REWE trotzdem das Geld spendet.

Des Weiteren macht es die Aktion auch nicht besser, wenn sie von den Schulleitern der entsprechenden Schulen gesetzeswidrig genehmigt worden ist. Es stellt sich schon die Frage, ob diese eigentlich wissen, was ihre Aufgabe und die ihrer Schule ist. Die anvertrauten Schützlinge als Mini-Werbefiguren zu missbrauchen, zählt jedenfalls ganz gewiss nicht dazu. Ihre Kritik, dass es nicht nur REWE gibt, die die Schule als Werbeplattform nutzen wollen, ist korrekt und für Aktionen dieser Unternehmen gilt das oben gesagte äquivalent.

Ich muss sie aber leider enttäuschen, dass ihre Aussage uns zukünftig keine Stimme mehr zukommen zulassen, Einfluss auf die Politik der Gießener Piraten haben wird. Es wird auch zukünftig weitere unbequeme Aktionen von den Gießener Piraten geben. Das Primärziel sind nicht die Wahlergebnisse, sondern die Ideale, und eines davon ist, dass Kinder in Schulen zu mündigen Bürgern ausgebildet werden und nicht schon in der geschützten Umgebung "Schule" durch Werbeaktionen indoktriniert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Oechler

P.S. Trinken Sie doch einfach ein Kasten Krombacher zur Entspannung und retten sie damit den Regenwald.

An C. Oechler

Sehr geehrter Herr Oechler,

auf Ihre Argumente möchte ich nicht eingehen. Die Art und Weise in der Sie diesen Kommentar beantwortet haben ist jedoch "bemerkenswert": Überheblich, arrogant und uneinsichtig. Der Satz in Ihrem P.S. ist unverschämt und unhöflich! Ach, und noch etwas: Sie meinen, dass die eine Stimme, die Ihre Partei nicht mehr wählen wird, keinen Enfluss auf Ihre "Politik" haben wird?! Glauben Sie wirklich es bleibt bei nur EINER Stimme...?!
Dann träumen Sie weiter.

Peter Franke

Danke für Vorschlag, ich

Danke für Vorschlag, ich bevorzuge GESUNDE Apfel, den ich mir heute bei REWE kaufe.
Es wäre schön , wenn Sie wirklich was sinnvolles für Schule tun werdet, statt Müll reden