SCHOCK: Basketballspiel am Totensonntag!

Schockiert reagieren die Gießener Piraten auf die Nachricht, dass der Gießener Basketballverein LTi Gießen 46ers am Totensonntag sein Erstligaspiel gegen die Telekom Baskets Bonn durchgeführt hat. Dabei hat der Gesetzgeber in Artikel 8 des Hessischen Feiertagsgesetzes klar geregelt, dass öffentliche sportliche Veranstaltungen gewerblicher Art an diesem Tag verboten sind. Recherchen haben deutlich gezeigt, dass dieses Spiel schon lange angekündigt worden war! Um so unbegreiflicher ist es, warum der Regierungspräsident, der sich selbst gerne als Hüter des christlichen Abendlandes zu sehen scheint, hier einfach weggeschaut und kein Verbot der Veranstaltung erteilt hat.

Wir fordern hiermit den Regierungspräsidenten auf, gegen die LTi Gießen 46ers das höchstmögliche Ordnungsgeld von 50.000 Euro zu verhängen!

Wer in den obigen Abschnitten Ironie und Sarkasmus findet, liegt ganz richtig: Die Piratenpartei setzt sich für eine Novellierung des Hessischen Feiertagsgesetzes ein und hält unter anderem das Tanzverbot und ähnliche Beschränkungen für überholt und nicht zu einem säkularen Staat passend.

Am vergangenen Karfreitag wollten die Gießener Piraten hierzu eine Versammlung veranstalten. Im Rahmen des Selbsteintrittes untersagte jedoch der Regierungspräsident Dr. Lars Witteck die Versammlung, da sie seiner Meinung nach nicht mit dem "ernsten Charakter" des Feiertages vereinbar sei. Um so verwunderlicher ist, dass er offenbar mit einer kommerziellen Sportveranstaltung an einem stillen Feiertag kein Problem hat. Vielleicht wird aber aufgrund der Haushaltslage von Verein, Stadt und Landkreis auch mit zweierlei Maß gemessen? Denn schon öfters wurden Vereine mit hohen Geldsummen bestraft, weil sie am Totensonntag ihre Ligaspiele bestritten haben. Zuletzt musste Eintracht Frankfurt einen 5-stelligen Betrag bezahlen, nach dem sie angezeigt worden sind.